100 Jahre Joseph Beuys

Auf den Spuren von Joseph Beuys

Eine künstlerisch theatrale Reise auf den Spuren eines Ausnahmekünstlers des 20. Jahrhunderts.

12.Mai.2021

TEIL III

Die nie gehaltene Rede von Pico della Mirandola über „Die Würde des Menschen“ zeigt ein Menschenbild, das bis heute kontrovers diskutiert werden kann, ganz wie die These von Joseph Beuys „Jeder Mensch ist ein Künstler!“

Giovanni Pico della Mirandola 1463 – 1494 Philosoph der Renaissance, Florenz, Italien / Joseph Beuys 1921 – 1986 deutscher Aktionskünsler, Bildhauer und Kunsttheoretiker, Kleve, Deutschland.

Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle:  @ Ruth Klapperich, @Markus Rölz, @Barbara Staubach , @Janine Zabel für die professionelle Unterstützung bei der Produktion dieses Films.

DAS PROJEKT

„Jeder Mensch ist ein Künstler / Auf den Spuren von Joseph Beuys“

Im Rahmen eines Arbeitsstipendiums der Hessischen Kulturstiftung, habe ich ein Konzept für eine LIVE PERFORMANCE ausgearbeitet, um es dem Landesmueum Darmstadt für ein Programmteil für das Beuys Jahr 2021 anzubieten. Nach der Veröffentlichung meiner Werkschau zum 35. Todestag von Joseph Beuys am 23. Januar 2021 hat das Landesmuseum Interesse an dieser Idee gezeigt. Durch die Covid 19 Maßnahmen bedingt, sind, wie schon zum 200sten Jubiläumjahr 2020 des HLMD, auch 2021 im Beuys Jahr, keine Präsenzveranstaltung im Museum vor Publikum möglich. Daher habe ich beschlossen, Teile meiner Performance als Filme zu erarbeiten, um sie dem HLDM für die Digitale Präsentation anzubieten. Derzeit konnte ich mit der freundlichen Unterstützung des Brückenstipendiums der

drei Filme, aus dem von mir ausgearbeiteten Konzept, realisieren.

Das Landesmuseum Darmstadt

veröffentlicht zum Internationalen Museumstag 2021 zwei Filme von mir. Darüber freue ich mich sehr.

TEIL I
TEIL II

VIELEN DANK!

ZUM HINTERGRUND DES PROJEKTES

Als darstellender Künstler beschäftige ich mich schon seit vielen Jahren mit dem Aktions- und bildenden Künstler Joseph Beuys. Faszinierend für mich ist sein anthroposophischer Ansatz, der jeden Menschen als Künstler definiert und ihm die Fähigkeit zuspricht, sein eigenes Leben in und mit der Gesellschaft frei zu gestalten. Mit seiner Aktionskunst, die sehr theatrale Züge aufweist und nicht durch eine Inszenierung im Sinne von Regietheater, sondern mit der direkten Konfrontation seiner Ideen auf das Publikum wirkte, hat er auch die politische und religiöse Kraft, die durch die Kunst spricht, ins Licht gestellt und damit einen Raum für ein neues Denken geöffnet.

Mit Teilen seines Werkes und der vielen Zeitdokumente wie Artikel und Filmmaterial möchte ich eine theatrale Form entwickeln, die Joseph Beuys, diesen außergewöhnlichen Künstler des 20. Jahrhunderts, würdigt. Das Landesmuseum Darmstadt bietet mit dem Block Beuys den öffentlichen Raum für eine künstlerische Darbietung im Sinne von Joseph Beuys, wie ich sie erarbeiten möchte. Mit Hilfe des Arbeitsstipendiums der hessischen Kulturstiftung ist es für mich möglich, eine Dramatisierung und ein genaues Konzept für eine theatrale Präsentation zu erarbeiten, um es dem Landesmuseum als ein einmaliges oder auch mehrteiliges Programm für den Block Beuys anzubieten.

Erste Werkschau meines Projekts / 5930651 Portrait of Joseph Beuys (1921-1986), German artist, Paris, 1985 (photo); © Laurence Sudre;
Video ©Claudio Vilardo 2021

Joseph Beuys – einer der herausragenden deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts.

Am 12. MAI 1921 geboren und am 23. Januar 1986 gestorben. So feiern wir im Jahre 2021 nicht nur seinen 100. Geburtstag, sondern gedenken auch seines 35. Todestages.

Was bedeutet sein Denken und Wirken in der heutigen Zeit? Konnte er mit seiner These von der sozialen Plastik bis heute in der Gesellschaft etwas verändern?

Joseph Beuys, seinerzeit als Schamane tituliert, was er begrüßt hat, kämpfte in seiner Tätigkeit als Professor für die Freiheit der Künste und Künstler, gegen die Begrenzungen durch die regierende Politik und letztlich für die Freiheit des Menschen. Beuys besetzte 1972 zusammen mit den abgewiesenen Bewerbern für das Kunststudium das Sekretariat der Kunstakademie in Düsseldorf. Der damalige Minister für Wissenschaft und Forschung, Johannes Rau, sprach ihm schriftlich die fristlose Kündigung seiner Professur in der Kunstakademie in Düsseldorf aus. Beuys klagte dagegen. Sechs Jahre später wurde die Kündigung für rechtswidrig erklärt. Beuys war immer Verfechter einer direkten Demokratie. Menschen einer Gesellschaft sollten politische Entscheidungen mitgestalten und mitentscheiden und als Gemeinschaft verantworten und tragen.

Sehen, hören, fühlen, riechen, lesen, wissen, schreiben, werken, informieren, diskutieren, kritisieren, handeln, lebendige Auseinandersetzung mit den Dingen des gesellschaftlichen Lebens und dies in eine Form bringen, da entsteht eine Plastik. Eine soziale Plastik. Bestes Beispiel hierfür sind die 7000 Eichen in Kassel. Es wurde damals lebendig diskutiert, kritisiert, informiert und gehandelt. Heute hat Kassel mit seinem zusätzlichen Baumbestand von 7000 Eichen einen Abbau von CO2 vorzuweisen, der seines gleichen sucht.

Meine Performance sucht zu provozieren, ein Tor zu öffnen, einen Anstoß zu geben, sich aus der Sicht der heutigen digitalen Zeit mit den theoretischen Fragen von Joseph Beuys zu beschäftigen.

Wünschenswert wäre die Präsentation meiner Performance selbstverständlich im Block Beuys des Landesmuseums in Darmstadt. Beuys hat diese Dauerausstellung zu seinen Lebzeiten selbst eingerichtet und gestaltet. Außerdem könnte die Performance auch live gefilmt und als „KUNST FÜR ALLE“ im digitalen Raum wirken. Als Grundlage für meine Performance arbeite ich mit Texten von Beuys, die ich von seinen Lippen aus vielen Film- und Fernsehdokumentationen abgeschrieben habe. Kombiniert werden die ausgewählten und in der Performance frei vorgetragenen Texte mit audio-visuellen Installationen. Für die Entwicklung der Bühne, der Anti Raum, Gegen Raum oder metaphysischer Raum, die in den Ausstellungsraum implementiert werden soll, setze ich ein Raum im Raum Konzept an.

Weiteres Material kommt unter anderem von Giovanni Pico della Mirandola aus seinem Text: „Rede über die Würde des Menschen“.

Diesen Fragen hat sich Joseph Beuys konkret gestellt und den Menschen mit seiner Theorie von der sozialen Plastik zum Künstler erhoben. Dabei ist zu sagen, dass in diesem Sinne jeder Mensch ein Künstler, ein Schöpfer ist, ein Kreativer ist, den der freie Wille befähigt, tätig zu sein. Ich gehe stark davon aus, dass Joseph Beuys die Rede von Mirandola gelesen hat. So hat er auch Johann Wolfgang von Goethe geschätzt, sodass in meiner Performance auch dieser zu Wort kommen wird, sowie auch Rudolf Steiner.

Kunst, Performance, Aktion und Sprache verbinden sich und etwas Neues wird in die Stoffesverhältnisse eingebracht werden.

Die Entwicklung des Konzepts für dieses Projekt wird unterstützt durch die:

Arbeitsstipendium der hessischen Kulturstiftung im Rahmen des Förderprogramms „Hessen kulturell neu eröffnen 2020“